Teststand für Ihre Formulierungen



Der erste Schritt zur Gewaltfreiheit entsteht durch die Fähigkeit der Zeitverzögerung. Es entsteht der Zwischenraum, den der Verstand braucht, um sich der vorhandenen Emotionen bewusst zu werden.

Will man sich zuerst aufregen um Adrenalin abzubauen, dann ist der zweite Schritt zur Gewaltfreiheit, etwas Effektives hierzu zu tun, ohne dass andere Personen darunter leiden oder jemand Schaden davon hat. Man erlaubt sich den Selbstausdruck, um nicht gewaltvoll gegen sich selbst zu sein (z.B.: laufen, im Wald schreien, beten, sich bei Freunden beklagen, ein Bild malen, einen Brief schreiben, dieses Formular ausfüllen, ...).

Der dritte Schritt zur Gewaltfreiheit entsteht durch die Überlegung, wie es einem selbst und der anderen Person geht, und was jeder einzelne braucht oder brauchen könnte. Hier findet sich die Fähigkeit zu Verständnis und Mitgefühl wieder (Empathie). Das ist zumeist der schwerste Schritt. Denkt man an "Gerechtigkeit", "Ausgleich", "Strafe" oder über das, was wohl "normal" wäre, ist man zu diesem Schritt nicht wirklich in der Lage.

Dann ist der letzte Schritt zur Gewaltfreiheit, der noch fehlt, die Kommunikation oder die Loslösung. Was innen festgehalten wird, schadet. Was losgelassen werden kann, belastet nicht mehr. Was belastet (Herz, Kopf, Bauch), ist nicht losgelassen. Was kommuniziert werden kann, kann eine Beziehung über eine Krise vertiefen und so verbessern. Eine Beziehung ohne Kommunikation um das Wesentliche verflacht und entgleist leicht.

Ein Konflikt ist dann gelöst, wenn beide Parteien gelöst feststellen, dass er gelöst ist.
Die Grenzen der Kommunikation sind die Grenzen der Beziehung.





Person

Gabriel Frritsch
dipl. Konfliktberater
und Mediator

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