Klärungsmethode nach Byron Kathie
Wenn Ärger das Herz trübt, vernebelt ein "sollte" den Kopf.
Vorwurf/
Statement
Finde
einen passenden Satz mit „sollte“, der die unangenehme Situation beschreibt.
z.B. „Paul sollte mich verstehen“
Wird dieser Gedanke oder Vorwurf übermächtig, beginnt seine Herrschaft über das Denken. Fraglos ist es wichtig und angenehm, von Paul verstanden zu werden (siehe Beispielsatz). Ist man aber im Würgegriff des eigenen Gedanken/ Vorwurfs gefangen, ist es wichtig, die eigene Herrschaft wieder herzustellen. Das ist der erst Schritt zur angenehmen und erfolgreichen Änderung der Situation. Erstens kann man jetzt freier und offener agieren, zweitens hat die intuitive Seite (innere Stimme, Unterbewusstsein) wieder Chancen, sich zu Wort zu melden und somit kann man ganzheitlicher handeln. Dadurch wird ein kreativer Prozess erst möglich. Drittens besteht die Möglichkeit, dass sich die Perspektive ändert, man die Situation anders wahrnimmt und somit adäquater reagieren kann.
1. Die 4 Fragen
1. Ist das wahr?
2. Kann man hier von einer absoluten Wahrheit sprechen?
- Ist das
für alle gleich wahr?
- Ist das absolut immer wahr?
- Entspricht
das einer universelle Wahrheit?
- Kann es sich um einen persönlichen
Wunsch handeln, der realistischer Weise nur begrenzt Erfüllung finden
kann?
- Welche Möglichkeiten gibt es, in denen sich die Situation
doch noch als ein versteckter Segen erweist?
3. Was außer Angst und Schmerz und Ärger bringt dieser Gedanke positives?
- Wie reagierst
du (z.B. im Kontakt mit der betreffenden Person), wenn du diesen Gedanken
denkst?
- Kannst du einen Grund sehen, der dir keinen Stress bereitet,
an diesem Gedanken festzuhalten?
- Wie fühlt es sich an, an diesem
Vorwurf festzuhalten?
4. Wie ginge es dir ohne
diesen Gedanken?
Es
geht nicht darum, den Gedanken aufzugeben, sondern nur darum zu schauen, ob
er stressfrei beibehalten werden kann.
- Wie ginge
es dir im Kontakt mit der betreffenden Person?
- Kann es eine Unterstützung
für eine gemeinsame Lösungsfindung sein, den ‚Sollte-Gedanken‘
aufzugeben?
- Wer oder wie wäre ich ohne diesen Vorwurf?
- Kann
ich einen Grund erkennen der es mir erlaubt ihn fallen zu lassen?
2. Umkehrung
des Vorwurfes
Wie
wahr ist das Gegenteil dieses Statements / Gedankens?
Die
Umkehrung zu einem Vorwurf „Paul
sollte mich verstehen“
Ich
sollte mich verstehen. (Warum
versuche ich es immer wieder bei Paul?)
Ich
sollte Paul verstehen. (Was
hindert Paul daran, mich zu verstehen?)
Paul sollte mich nicht
verstehen. (Wo bringt
mir Pauls Unverständnis z.B. Klarheit? )
Ich
sollte mich nicht verstehen. (Was
sagt mein Unterbewusstes, meine intuitive Seite dazu.)
Die Umkehrung zu
einem Gedanken „Ich
sollte das nie wieder erleben.“
„Ich
bin bereit, das zu erleben.“
„Ich freue mich, das wieder zu erleben.“
„Mein Denken über... sollte …sein.“
„Die
Menschen sollten liebevoller sein“
„Mein Denken (über die Menschen)
sollte liebevoller sein.“
3. Vollkommene Annahme
"Wir sollten uns nie wieder streiten."
"Ich
freue mich über den Streit als Mittel zur Transformation.
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